Forschung

Emotionsregulation bei Somatischer Belastungsstörung

In den letzten Jahrzehnten hat das Forschungsfeld der Emotionsregulation zunehmend an Aufmerksamkeit gewonnen. Studien haben gezeigt, dass psychische Störungen häufig mit Veränderungen in der Emotionsregulation einhergehen (Aldao, Nolen-Hoeksema & Schweizer, 2010; Hu et al., 2014; Sheppes, Suri & Gross, 2015; Sloan et al., 2017), was jedoch für den Bereich der chronischen Körperbeschwerden weitestgehend unerforscht ist.
Tiefergehende Forschungserkenntnisse zu dem Zusammenhang zwischen somatischer Belastungsstörung und Emotionsregulation würden zur weiteren Verbesserung der therapeutischen Möglichkeiten bei diesem Störungsbild beitragen.
In einem quasi-experimentellen Design soll deshalb untersucht werden, ob sich Patienten mit somatischer Belastungsstörung von gesunden Teilnehmern hinsichtlich ihrer emotionalen Reaktivität, hinsichtlich der Fähigkeit, die beiden Emotionsregulationsstrategien Neubewertung und Unterdrückung anzuwenden, und hinsichtlich ihrer Auswahl von Emotionsregulationsstrategien unterscheiden. Hierzu werden neben Selbstbeurteilungsinstrumenten und verhaltensbezogenen Daten auch physiologische Maße wie Hautleitfähigkeit und Herzrate erfasst.

Studiendauer: Februar 2018 bis Sommer 2019

Studienteam: Dipl.-Psych. Katharina Schnabel, Prof. Dr. Michael Witthöft (Leiter)

Veröffentlicht am | Veröffentlicht in Forschung

iSOMA – Wirksamkeit einer Online-Intervention für belastende und anhaltende körperliche Beschwerden

Anhaltende, belastende körperliche Beschwerden sind das Hauptmerkmal einer Reihe von körperlichen oder psychischen Erkrankungen, z.B. der somatischen Belastungsstörung. Solche Beschwerden sind in der Allgemeinbevölkerung und verschiedenen Subpopulationen weit verbreitet, unter anderem auch bei Studierenden (Bailer et al., 2008). Betroffene finden jedoch selten den Weg in professionelle, psychosomatische Hilfsangebote, die sich als wirksam in der Symptom- und Belastungsreduktion gezeigt haben. Um Zugangsbarrieren und Versorgungslücken zu überbrücken, können Internet- und mobilbasierte Interventionen effizient und niedrigschwellig eingesetzt werden. Das Ziel dieser zweiarmigen, randomisiert kontrollierten Pilotstudie ist daher die erste Wirksamkeits- und Akzeptanzprüfung einer neu entwickelten, internetbasierten Intervention auf Basis einer wissenschaftlich evaluierten Kognitiven-Verhaltenstherapie (Kleinstäuber, Thomas, Witthöft & Hiller, 2018) für mindestens moderat ausgeprägte somatische Beschwerden in einer deutschlandweiten Stichprobe von Studierenden. Die Studie ist eingebettet in die Plattform www.studicare.com, welche weitere internetbasierte Gesundheitsinterventionen für Studierende beinhaltet. Die Teilnehmer sollen an mehreren deutschen Universitäten rekrutiert werden. Es wird erwartet, dass die achtwöchige Online-Intervention körperliche Beschwerden und assoziierte Belastungen gegenüber einer Wartelistenkontrollgruppe in bedeutsamen Maße positiv verändert.

Veröffentlicht am