Kognitiv-verhaltenstherapeutische Einzel- und Gruppenbehandlung für Personen mit dem Post-COVID-Syndrom

Was war das Ziel der Studie?

Wir wollten untersuchen, ob eine kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung bei Personen mit Post-COVID durchführbar ist und ob sie Beschwerden, wie z.B. Fatigue (Erschöpfung), verringern kann.

Wie lief die Studie ab?

53 Teilnehmende wurden im Zeitraum von Anfang 2024 bis Mitte 2025 zufällig entweder der kognitiven Verhaltenstherapie oder einer Wartebedingung zugeteilt, bei der die Behandlung erst nach 16 Wochen begann. Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung bestand aus acht Gruppensitzungen und fünf Einzelsitzungen. Alle Teilnehmenden füllten vor und nach der jeweiligen Bedingung (kognitive Verhaltenstherapie oder Wartebedingung) sowie drei Monate nach der Behandlung Fragebögen zu körperlichen und psychischen Beschwerden aus.

Was waren die Ergebnisse der Studie?

Die Behandlung wurde insgesamt gut angenommen. Die Teilnehmenden berichteten im Durchschnitt eine hohe Zufriedenheit mit der Behandlung. Außerdem wurden nur wenige unerwünschte Effekte im Zusammenhang mit der Behandlung berichtet.

Direkt nach Abschluss der Behandlung zeigte sich bei den Personen, die eine kognitive Verhaltenstherapie erhalten hatten, im Vergleich zur Wartebedingung eine mittelgroße Reduktion der selbstberichteten Fatigue. In einzelnen statistischen Auswertungen ergaben sich zudem Hinweise auf eine Verbesserung von Atembeschwerden.

Für andere untersuchte Beschwerden, darunter zum Beispiel Herz-Kreislauf-Beschwerden, konnten hingegen keine entsprechenden Behandlungseffekte nachgewiesen werden. Zudem konnten wir drei Monate nach der Behandlung keinen anhaltenden Effekt der kognitiven Verhaltenstherapie auf die untersuchten Beschwerden zeigen.

Was bedeuten die Ergebnisse?

Die Ergebnisse liefern erste Hinweise auf eine kurzfristige Verbesserung der Fatigue nach der kognitiven Verhaltenstherapie, aber noch keinen abschließenden Nachweis für eine langfristige Wirksamkeit der Behandlung. Da es sich um eine Pilotstudie mit einer vergleichsweise kleinen Stichprobe und einer Wartebedingung als Kontrollgruppe handelt, sind weitere Studien notwendig. Zukünftige Studien sollten die kognitive Verhaltenstherapie mit anderen Kontrollbedingungen, bei denen die Teilnehmenden eine alternative Behandlung erhalten, vergleichen und längere Nachbeobachtungszeiträumen verwenden. Dabei sollten auch unerwünschte Wirkungen und Risiken der Behandlung noch genauer untersucht werden. Zudem sollte erforscht werden, für wen die Behandlung hilfreich ist und welche Bestandteile der Behandlung zu Verbesserungen führen.

Wo finde ich weitere Informationen zur Studie?

Die Ergebnisse der Studie wurden in einer wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht und sind hier nachzulesen: https://doi.org/10.1016/j.jpsychores.2026.112920

Für Rückfragen zur Studie und zu den Ergebnissen steht das Forschungsteam zudem gerne zur Verfügung: post-covid@uni-mainz.de

Wir möchten uns zum Abschluss herzlich bei allen Teilnehmenden der Studie bedanken, die ihre Zeit, Energie und persönlichen Erfahrungen in die Studie eingebracht haben!